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Besuche in Gesundheitseinrichtungen

Auch wenn das Konzept der Salutogenese psychosozialen Faktoren wie Leistungsdruck, sozialen Bindungen und Kontakten eine große Bedeutung bei der Entstehung und Bewältigung von Krankheiten zuschreibt, gilt es in der aktuellen

Sonderlage der Pandemie unsere Gesundheitseinrichtungen möglichst gut zu schützen.

Historie der Krankenbesuche

Die Geschichte der Besuche von Kranken hat eine lange Tradition, die sich historisch in der Notwendigkeit der Versorgung begründet.

Klosterhospitäler, Hospize, Siechenhäuser und erste Vorläufer der Krankenanstalten hatten zu ihrer Gründung häufig keine Küche und keine personellen Kapazitäten, um ihre Patientinnen und Patienten zu pflegen und zu versorgen. Erste Gründungen wurden ab dem 8. Jahrhundert zum Beispiel in Häuser für Arme, Gästehäuser für reiche Pilger und Krankensäle für Mönche untergliedert. Je nach Zuordnung mussten Angehörige für Verköstigung und in der Regel auch die Pflege sorgen. Aus den Laienhelfern und -helferinnen gingen ab dem 10. Jahrhundert Laienorden hervor, da die Pflege und Versorgung häufig als Störung des klösterlichen Betriebs angesehen

wurde.

Risikoabwägung

Heute muss in unseren Krankenhäusern und Pflege- und Betreuungszentren niemand mehr mit Essen versorgt und von Laien gepflegt werden. In der derzeitigen Pandemielage ist es besonders wichtig, unsere Gesundheitseinrichtungen gut zu schützen und leistungsfähig zu erhalten. Jede und jeder Einzelne sollte daher sorgfältig abwägen, ob ein Besuch in einer Gesundheitseinrichtung unbedingt notwendig ist.

Kürzere Verweildauer

Gerade in den Krankenhäusern ist die Verweildauer in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken. Waren es in den 70er und 80er Jahren noch 14-21 Tage, so sind wir heute in vielen Kliniken bei etwas über 5 Tagen angekommen.

Zieht man dabei noch den Aufnahme- und Entlassungstag ab, so bleiben gerade einmal 3 Tage für Besuche übrig.

Technologie nutzen

Darüber hinaus stehen heute Technologien zur Verfügung, um auch per Video virtuelle Besuche zum Beispiel am Smartphone oder Tablet sogar in größeren Runden zu organisieren.

Auch wenn der persönliche Besuch wohl auch in Zukunft durch nichts zu ersetzen sein wird, liegt es an uns Angehörigen das Gesundheitswesen im Interesse der Patientinnen und Patienten bestmöglich vor der Einschleppung der Pandemie zu schützen. Stimmen Sie sich daher im Verwandtenkreis ab, ob ein Besuch in einer Gesundheitseinrichtung derzeit zwingend erforderlich ist und ob und wie der Besuch bestenfalls koordiniert werden kann. Besuchen Sie keine Angehörigen, wenn Sie selbst erkrankt sind oder den Verdacht haben erkrankt zu sein. Nutzen Sie wenn möglich ihr Telefon, Smartphone oder Tablet, um mit ihren Lieben in Kontakt zu bleiben. Sie helfen damit das Gesundheitswesen resilient zu halten und ermöglichen dem Gesundheitspersonal die Konzentration auf ihre Kernaufgaben.


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